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Der Kirchenbau

Der 1. Bürgermeister Lorenz Reidelbach wurde wegen Wohnungswechsels nach Würzburg am 30. Nov. 1951 vom Gemeinderat von seinen Amtspflichten beurlaubt. Am 1. Dez. 1951 wurden dem 2. Bürgermeister Zacharias Hildenbrandt diese Amtsgeschäfte übertragen. Er war zu dieser Zeit mit Kaspar Emmerich, Hs.-Nr. 26, zusammen Kirchenvorstandsmitglied von Steinmark in der Kirchengemeinde Michelrieth. Durch diese Gegebenheit nutzten Zacharias Hildenbrandt und Pfarrer Hubel die Gunst der Stunde, den Kirchenbau aufs neue aufzugreifen.
So wurde am 20. Febr. 1952 eine Gemeindeversammlung einberufen zu der 60 Gemeindebürger erschienen. Zu der Zeit gab es in Steinmark ca. 100 Haushalte. Es wurde über den Kirchenbau abgestimmt und 90 % waren dafür. War es nicht Fügung Gottes, daß zu dieser Zeit Zacharias Hildenbrand die Amtsgeschäfte der Gemeinde übernahm? Da hatte Gott seine Hand im Spiel!
Am 6. März 1952 beschloss der Gemeinderat von Steinmark, die Übernahme der Finanzierung des Kirchenbaus durch die politische Gemeinde. Im März 1952 waren auch Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen. Dabei wurde Emil Väth, der Stiefsohn von Zacharias Hildenbrandt zum 1. Bürgermeister gewählt. Somit hatten Zacharias Hildenbrandt und seine Ehefrau Elisabeth, die beide gut kirchlich waren, immer noch einen gewissen Einfluss auf dieses Bauvorhaben. Die Planungen wurden auf Wunsch von Dekan Kaessler am 29. April 1952 dem Architekten Lindenberg aus Aschaffenburg übertragen. Es wurden 2 Standorte für den Kirchenbau vorgeschlagen:

1 .Der Platz unterhalb der Hauptstraße (jetzt Lindenstraße) auf dem jetzt das Haus von Manfred Kern steht.

2. Der Platz neben dem Gemeindehaus am Ackerpfad, dem jetzigen Standort der  Kirche.

Am 29. April 1952 wurde der erste Platz von der Ortsplanungsstelle für Unterfranken in Würzburg abgelehnt. So blieb nur der 2. Platz. Dieser war Eigentum mehrerer Besitzer. Deshalb mussten Übergabeverhandlungen geführt werden. Da es sich um Teilflächen handelte, musste die Fläche für die Kirche neu vermessen werden. Dies konnte aber erst nach der Getreideernte 1952 geschehen. Am 26. Mai 1954 wurde die Übergabe der Teilflächen „vorbehaltlich geometrischer Vermessung“ notariell beurkundet. 3 Besitzer gaben Ihre Fläche als Schenkung ab und jeweils 1 Eigentümer zu einem Preis von 1,-- DM bzw. 1,50 DM pro Quadratmeter. Am 18. Juli 1956 wurde die Vermessung von allen Beteiligten notarisch angenommen.

Die Planung wurde am 29. April 1952 in Angriff genommen. Da aber eine Kirche ein denkmalgeschütztes Bauwerk ist, hatten viele Behörden, wie Ortsplanungsstelle, Kulturaufsichtsbehörde Landeskirchenrat und Landratsamt, Einfluß auf die Planung genommen. Dadurch wurde diese erschwert und hinausgezögert.

Am 2. Febr. 1953 beschloss der Gemeinderat, dass Steine im Steinbruch von Peter Emmerich, Hausnr. 18½, in den Hofäckern zum Preis von 4 DM pro cbm gebrochen werden sollten. Es wurden von den Maurern auch Steine in verschiedenen Waldabteilungen des Gemeindewaldes behauen und von den ortsansässigen Bauern zum Bauplatz gefahren.

Im März 1953 wurde eine Gemeindeversammlung abgehalten um über die Mithilfe und Leistungsbereitschaft der Bürger zu sprechen. Dabei erklärte ein Gegner des Kirchenbaues, dass er auch beim Ausgraben der Fundamente helfen wollte, wenn Herr Pfarrer Hubel dies auch täte. Dieser sagte zu!

Am 16. März 1953 wurde die baureife Planung dem Landratsamt Marktheidenfeld und der Regierung von Unterfranken zur Genehmigung vorgelegt. Diese erfolgte am 1. Juli 1953. Am gleichen Tag wurde mit dem Ausheben der Fundamente begonnen. Auch die beiden oben genannten Kontrahenten hielten Wort um miteinander zu graben. Herr Pfarrer Hubel kam noch mehrmals um mitzuhelfen und bezahlte auch Bier für die durstigen Kehlen. Das Graben der Fundamente wurde nach 10 Tagen abgeschlossen. Nun konnte Maurermeister Adam Fertig aus Steinmark, dem die Maurerarbeiten übertragen wurden, mit seinen Leuten anfangen. Die Außenmauern wurden außen mit rotem Sandstein errichtet und innen mit roten Ziegelsteinen aus der Ziegelei in Marktheidenfeld dagegen gemauert.

Pfarrer Hubel und Schmiedemeister Peter
Pfarrer Hubel und Schmiedemeister Peter Hildenbrand verlöten den Urkundenbehälter, der im Grundstein eingemauert ist.